Träger*inneninitiative Elementare Bildung Wien
Eine Initiative privater Kindergarten- und Hortträger*innen in Wien

Diakonie Bildung, Kinderfreunde Wien, Kinder in Wien (KIWI) und St. Nikolausstiftung haben sich unter dem Namen „Träger*inneninitiative Elementare Bildung Wien“ zusammengeschlossen, um Anliegen und Positionen im Bereich der Elementarpädagogik und institutionellen außerschulischen Nachmittagsbetreuung gemeinsam zu vertreten.

Elementare Bildung und private Träger*innen in Wien
Private Trägerorganisationen gestalten in ihrer Funktion als Bildungsinstitutionen maßgeblich die Landschaft der elementaren Bildung in Wien. Über 67.000 Kinder werden in privaten Einrichtungen betreut.

Alleine Diakonie Bildung, Kinderfreunde Wien, Kinder in Wien (KIWI) und St. Nikolausstiftung bilden und betreuen insgesamt 28.000 Kinder und decken zusammen 30 Prozent des elementaren Bildungs- und Betreuungsbedarfs in den Wiener Kindergärten und Horten ab.

Wir wollen die Zukunft der Elementarpädagogik aktiv mitgestalten und treten für Veränderungen der derzeitigen Rahmenbedingungen ein.

Als die vier größten Träger*innen in Wien werden wir ab jetzt unsere Forderungen an die Politik auf Landes- und Bundesebene gemeinsam formulieren und uns dazu auch öffentlich zu Wort melden. Unserer Meinung nach muss es in folgenden Bereichen zu Optimierungen kommen, damit wir dem Bildungsauftrag als elementarpädagogische Träger*innen auch zukünftig qualitätsvoll gemeinsam mit unseren Mitarbeitenden nachkommen können.

Zu folgenden Fragen bringen wir unsere Expertise zukünftig gemeinsam ein und formulieren Forderungen an die Politik:

  • Wie begegnen wir dem Fachkräftemangel und wie könnte der Beruf der Elementarpädagog*innen attraktiver werden?
  • Wie schaut der optimale Fachkraft-Kind-Schlüssel aus und welche maximale Kinderanzahl soll es in einer Gruppe geben?
  • Welche Ideen der flexiblen Betreuung kann es im Einklang mit neuen Arbeitswelten geben?
  • Welches fachlich qualifizierte Zusatzpersonal braucht es in den Kindergärten und Horten (z. B. Sozialarbeiter*innen, Sonderkindergartenpädagog*innen und Psycholog*innen)
  • Welche österreichweiten Mindestqualitätsstandards soll es geben?
  • Wie schaut eine optimale Finanzierung der elementarpädagogischen Einrichtung am Beispiel Wien aus?

Es ist unser Ziel, praktisches Know-how und fachliche Inputs gezielt einzubringen. Wir wollen gemeinsam mit der Landes- und Bundespolitik die derzeitigen Rahmenbedingungen evaluieren und die Zukunft im Bereich der Elementarpädagogik und institutionellen außerschulischen Nachmittagsbetreuung auch qualitativ nachhaltig sichern. Mit dieser Träger*inneninitiative möchten wir unsere Forderungen an die Politik stellen, damit es rasch zu spürbaren Verbesserungen in der Elementarpädagogik kommt.

 

Kontaktdaten der Mitglieder der Träger*inneninitiative:
Bei Rückfragen stehen Ihnen unsere Mediensprecherinnen gerne zur Verfügung:

Diakonie Bildung
Karin Brandstötter
0664 827 34 83
karin.brandstoetter@diakonie.at
www.bildung.diakonie.at

Kinderfreunde Wien
Michaela Müller-Wenzel
0664 542 31 58
michaela.mueller-wenzel@wien.kinderfreunde.at
www.wien.kinderfreunde.at

Kinder in Wien (KIWI)
Susanne Borth
0664 886 89 008
s.borth@kinderinwien.at
www.kinderinwien.at

St. Nikolausstiftung
Gabriele Zwick
0664 610 1398
g.zwick@nikolausstiftung.at
www.nikolausstiftung.at

St. Nikolausstiftung gratuliert den Wahl-GewinnerInnen

Forderung: Der Grundstein für eine adäquate Bildungspolitik muss jetzt gelegt werden – derzeitige Rahmenbedingungen verursachen den PädagogInnen-Mangel im Kindergarten

Nachdem das Wahlergebnis in Wien nun feststeht und der Grundstein der politischen Ausrichtung für die kommenden fünf Jahre jetzt gelegt wird, fordern wir alle politischen Verantwortlichen dazu auf, den Fokus auf die chancengerechte Bildung der Kinder zu legen.

Kindergarten bildet

„Die Qualität einer guten und chancengerechten frühkindlichen Bildung ist allen bekannt. Im Kindergarten erwerben Kinder durch eine vorbereitete Spiel- und Lernumgebung vielfältige Kompetenzen. Der oft zitierte und geforderte Spracherwerb der Erst- oder Zweitsprache, soziale, emotionale und motorische Kompetenzen sind ein Grundstein für eine erfolgreiche Bildungslaufbahn“, betont Susanna Haas, Pädagogische Leiterin der St. Nikolausstiftung, einmal mehr den Bildungsauftrag der Institution Kindergarten.

Ein Schlüsselfaktor im System Kindergarten ist das Personal. Gut ausgebildete ElementarpädagogInnen gibt es, aber sie arbeiten nicht im Berufsfeld. „Seit Jahren weisen wir auf den Mangel an ElementarpädagogInnen hin. Die Krux ist, es gibt genug ausgebildete ElementarpädagogInnen, aber sie wollen nicht im Kindergarten arbeiten. Die politischen Verantwortlichen müssen nun endlich reagieren und die Rahmenbedingungen adäquat anpassen. Die Anpassung des Fachkraft-Kind-Schlüssels ist ein Schlüsselfaktor. Mehr Zeit für Beziehungsarbeit und individuelle Förderung macht das Berufsfeld für die PädagogInnen interessanter und attraktiver, sie könnten Bildungsbiografien positiv beeinflussen und dies würde jedem einzelnen Kind zugutekommen, weil Talente, Potentiale und Entwicklungsdefizite frühzeitig erkannt werden“, bringt es Elmar Walter, Geschäftsführer der St. Nikolausstiftung, auf den Punkt.

Jetzt handeln

Die Uhr zum Thema personelle Situation steht in Wien und auch in anderen Bundesländer bereits auf 5 nach 12. Bildungspolitische Verbesserungen müssen jetzt gesetzt werden. Die Sorge aller Verantwortlichen im elementarpädagogischen Bereich ist groß, dass ElementarpädagogInnen aufgrund des PädagogInnenmangels durch Personen, die einen Crashkurs absolvieren, wie es gerade im steirischen Landtag beschlossen wurde, ersetzt werden. Diese Maßnahme ist jedoch durchaus verständlich und notwendig, damit TrägerInnen überhaupt alle Gruppen geöffnet haben können.

Ohne solche Notmaßnahmen wird die Aufrechterhaltung des Betriebes aktuell nicht möglich sein, diese dürfen aber nicht zur Norm werden! Der Personalmangel und das jahrelange Ignorieren des Problems darf nicht zur allgemeinen Abwertung des Ausbildungsniveaus in der Elementarpädagogik führen. Das Ziel muss sein, das Berufsfeld durch die Verbesserungen der Rahmenbedingungen wieder zu attraktivieren, um das bereits ausgebildete Personal zurück in den Beruf zu holen, das gut ausgebildete Personal zu halten und Menschen für die Arbeit im Kindergarten zu begeistern.

Service der St. Nikolausstiftung

Die Corona-Pandemie hat allen viel abverlangt – vorallem während dem “Lockdown” waren viele Eltern mit ihrem Kind/ihren Kindern zu Hause. Viele mussten den Spagat zwischen Homeoffice & Home-Schooling meistern, andere waren bemüht, ihre Kleinkinder so gut wie möglich zu Hause zu betreuen & zu beschäftigen. Die Ausnahmesituation wurde zur großen Herausforderung für viele Familien.

Die St. Nikolausstiftung hat während dieser Zeit einen Pool an Beschäftigungsideen und Elterninformationen zusammengestellt. Das Team der Mobilen Dienste hat für Kinder diverser Altersstufen Tipps und Ideen für einen abwechslungsreichen Alltag zusammengestellt (z.B. verschiedene Bewegungsspiele und Basteltipps etc.) und auch für Eltern wichtige Infomationen rund um den Familienalltag bereitgestellt.

Unsere Tipps, Infos und Ideen sind auch nach dem Lockdown weiterhin aktuell – im Downloadbereich können diese heruntergeladen werden.

“Genug ist genug!” – Wiener KindergartenpädagogInnen schlagen Alarm!

Systemrelevanter Bereich braucht bessere Rahmenbedingungen

In Wien werden 62.370 Kinder (71,1 Prozent) von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die bei privaten Trägern in elementaren Bildungs-und Betreuungseinrichtungen arbeiten, gefördert und ganztägig betreut. Die größten privaten Träger sind in die Wiener Kinderfreunde (2.065 Beschäftigte, 11.389 betreute Kinder), „Kinder in Wien“ (1.616. Beschäftigte, 7.177 betreute Kinder) und die St. Nikolausstiftung (1.150 Beschäftigte, 6.300 betreute Kinder).

Die Corona-Pandemie führt eindrucksvoll vor Augen, wie wichtig und systemrelevant die Elementarpädagogik für das Funktionieren der Gesellschaft ist. Gleichzeitig findet dieser Bereich, im Unterschied zu anderen systemrelevanten Tätigkeiten, bislang kaum Beachtung in der öffentlichen Berichterstattung. Corona führte zu enormen Stress, Verunsicherung und zusätzlichen Arbeitsdruck unter den Beschäftigten. Aus psychologischen Gründen (das Erkennen der Mimik ist bei jungen Kindern sehr wichtig) wird in der Covid 19 Krise auf Schutzkleidung (Mundschutz) verzichtet, nur Handschuhe kommen bei pflegerischer Tätigkeit zum Einsatz. Auch der vorgeschriebene Abstand kann nicht eingehalten werden, da Kinder grundsätzlich, aber besonders in Zeiten der Verunsicherung, Körperkontakt und Trost brauchen und suchen.

Von der Politik fühlen sich viele aktuelle in Stich gelassen. Es fehlen klare Vorgaben und Richtlinien.

Dabei sind Arbeitsdruck und Arbeitsverdichtung seit Jahren ein großes Thema. Das Berufsbild hat sich massiv verändert, während die Rahmenbedingungen seit Jahrzehnten nicht an das neue Berufsbild angepasst wurden. Elementarpädagogik legt das Fundament für den späteren Bildungsverlauf. Dennoch wird Elementare Bildung seit Jahren systematisch unterfinanziert und die politisch Verantwortlichen schieben sich die Zuständigkeit gegenseitig zu.

Die Arbeitsbedingungen wurden sogar schlechter und die Unzufriedenheit der KollegInnen stieg mit dem sich stets verdichteten Arbeitsdruck. Das Personal deckt längst dank ihres hohen Engagements oft gröbste Lücken ab, Erschöpfung und Burnout sind häufige Folgen. Covid 19 hat die Situation noch einmal verschärft.

KollegInnen sind kampfbereit

Nach einem Jahrzehnt der Verhandlungen und wiederholter öffentlicher Proteste fordern die BetriebsrätInnen der großen privaten Trägerorganisationen und einiger kleinerer Institutionen nun endlich konkrete Schritte.

Betriebsversammlungen während der Arbeitszeit im öffentlichen Raum waren bereits in Vorbereitung, mussten aber aufgrund der Pandemie vorerst aufgeschoben worden.

Ohne eine spürbare Entlastung können die KollegInnen weder dem steigenden Förderbedarf noch den gestiegenen pädagogischen und administrativen Anforderungen qualitativ gerecht werden. Sie sind am Limit!

BetriebsrätInnnen fordern Politik zum Handeln auf

Die Kompetenzen für Gesetzgebung und Vollziehung − und damit die Hauptzuständigkeit für den elementaren Bildungsbereich − liegen bei den Ländern. Für einzelne Bereiche sind aber auch Bund, Gemeinden und Träger zuständig. Während im schulischen Bereich das Bildungsministerium die Verantwortung trägt, fehlt im elementaren Bildungsbereich die Bundeskompetenz. Unklarheiten bezüglich der Kompetenzbereiche führen zu Verunsicherungen, Intransparenz und ungleichen Rahmenbedingungen.

Die Covid-19 Krise sollte der Anlasse sein, endlich prinzipielle Entscheidungen für eine positive Entwicklung der Elementarpädagogik zu treffen!

Wir fordern:

  • österreichweite einheitliche Strukturbedingungen und damit österreichweite Qualitätssicherung
  • ein einheitliches Bundesrahmengesetz
  • ausreichende Finanzierung sowie ein bundesweit einheitliches Finanzierungssystem
  • ein gleichwertiges Entlohnungssystem
  • einheitliche Standards zu Gruppengröße und Betreuungsschlüssel nach internationalen wissenschaftlichen Erkenntnissen
  • ausreichende Zeitressourcen für Weiterbildung, Planung und Reflexion
  • bundeseinheitliche Ausbildung für unterstützendes Personal (AssistentInnen)

Gewerkschaftliche Unterstützung

Die Wiener GPA-djp mit der Themenplattform Elementar-, Hort- und Freizeitpädagogik unterstützt die Forderungen der BetriebsrätInnen. Seit Jahren formuliert die Wiener Themenplattform in Gesprächen mit den zuständigen Politikern und bei Protesten (z.B. 2009 „SOS Kindergarten“, 2012 „Kindergarten: Achtung Einsturzgefahr!“ oder 2015 „Ausgespielt! Es reicht!“) die Anliegen der Beschäftigten. Keine der bekannten Forderungen wurden bislang bei Gesetzesänderungen berücksichtigt.

Mit dem heutigen Tag startet eine Unterschriftenaktion, in der zentralen Forderung nach einer Verbesserung der Rahmenbedingungen an die Politik gerichtet werden.

Erste Integrationsgruppe im Kindergarten Lucia ab dem Kindergartenjahr 2020/21
Chancengerechtigkeit für jedes Kind von Anfang an

“Jedes Mädchen und jeder Bub ist einmalig und Mittelpunkt unseres Handelns. So beginnt der erste Satz unseres Leitbildes und das ist die Haltung, die wir in unseren 90 Kindergärten und Horten täglich leben”, fasst Elmar Walter, Geschäftsführer der St. Nikolausstiftung, die Grundhaltung der Trägerorganisation zusammen. “Dass jedes Kind einzigartig und wertvoll für unsere Gesellschaft ist, steht für uns außer Frage. Im Sinne der Chancengerechtigkeit brauchen manche Kinder und deren Familien jedoch eine intensivere Begleitung, um eine bestmögliche Entwicklung und Lernumgebung für das einzelne Kind gewährleisten zu können”, ergänzt Walter.
Bereits seit 2010 unterstützt in der St. Nikolausstiftung das Mobile Team Kinder, Eltern und PädagogInnen bei Fragen zu Entwicklungsverzögerungen oder –auffälligkeiten. Die Kolleginnen aus den Fachbereichen Sonderkindergartenpädagogik, Psychologie und Ergotherapie stehen den Kindern im Regelkindergarten begleitend zur Seite und beraten PädagogInnen im Kindergartenalltag und Eltern im Umgang mit alltäglichen, aber auch bei besonderen Herausforderungen. “In dieser interdisziplinären Zusammenstellung ist das Mobile Team einmalig in der Kindergartenlandschaft in Österreich”, so Walter.

NEU: Integrations-Kindergartenplätze in privaten Trägerorganisationen
Die Aufstockung der Integrationsplätze und die Öffnung für private Kindergarten-Trägerorganisationen wurden von der St. Nikolausstiftung von Anfang an begrüßt.
Nach einer internen Evaluation wurde der vor kurzem eröffnete Kindergarten Lucia im 2. Bezirk als Pilotstandort der St. Nikolausstiftung ausgewählt. Der dreigruppige Standort ist barrierefrei und befindet sich mitten im gerade entstehenden Wohngebiet “Nordbahnviertel”.
Das große Interesse und die Nachfrage nach den Integrationsplätzen im Kindergarten Lucia zeigt, dass Integrationsplätze in Wien sehr knapp sind. Der Hauptteil der bisher vorgemerkten Kinder hat bereits Kindergärten der St. Nikolausstiftung besucht und die Eltern wurden zum Großteil durch die Kolleginnen der Mobilen Dienste auf das neue Angebot aufmerksam gemacht. “Ein großes Problem ist, dass das Anrecht auf einen Integrationsplatz im Kindergarten an den Bescheid der erhöhten Familienbeihilfe gekoppelt ist. Ein ärztliches Attest einer Beeinträchtigung des Kindes von mindestens 50 Prozent ist nachzuweisen. Es gibt viel mehr Kinder mit einem erhöhten Förderbedarf, diese erfüllen aber nicht die Kriterien der erhöhten Familienbeihilfe”, erklärt Susanna Haas, pädagogische Leitung, die Problematik.

Mit Beginn des Kindergartenjahres 2020/21 beginnen 5 Integrationskinder in der Kindergartengruppe, aufgenommen und gesucht werden noch 3-6-Jährige, für die kein erhöhter Förderbedarf besteht. In der ersten I-Gruppe (Integrationsgruppe) sind eine ausgebildete Sonderkindergartenpädagogin, eine Kindergartenpädagogin sowie eine Assistentin – alle mit 40 Wochenstunden und damit mehr als im Kindergartengesetz vorgeschrieben. Auch ein Zivildiener ist dem Standort zugeteilt.
“Die Freude unserseits ist sehr groß, dass auch private Trägerorganisationen endlich I-Gruppen führen dürfen”, unterstreicht Haas einmal mehr die Wichtigkeit der frühzeitigen Förderung benachteiligter Kinder. “Jedoch sollte es eigentlich selbstverständlich sein, dass jedes Kind im Kindergarten die entsprechende Lernumgebung vorfindet, die es für eine chancengerechte Entwicklung braucht. Für diesen inklusiven Ansatz braucht es jedoch mehr Ressourcen und die entsprechende Haltung, unsere Gesellschaft in ihrer Vielfalt ernst zu nehmen.”

Kindergarten: Auch die Räumlichkeiten und Ausstattung spielen zentrale Rolle
Bei der Planung von neuen Kindergärtenräumlichkeiten achten die Verantwortlichen der St. Nikolausstiftung immer auf verschiedene Aspekte. So wurde im Bewegungsraum des Kindergartens Lucia für einen Regelkindergartenbetrieb – noch ohne dem Wissen der Implementierung einer I-Gruppe – eine Therapieschaukel integriert. “Ganzheitliches Lernen, aus pädagogischen Impulsen auszuwählen und Kindern vielfältige Lernerfahrungen zu ermöglichen, ist uns wichtig. Die Perspektiven aus verschiedenen Fachbereichen, zum Beispiel auch aus dem Fachbereich der Ergotherapie aufzugreifen und in der Raumplanung, –gestaltung und -ausstattung mitzubedenken, erleichtert oftmals den Kindergartenalltag und kommt allen Kindern zugute. Dass alle Kinder, unabhängig ihrer individuellen Möglichkeiten teilhaben können, gehört zu unserer pädagogischen Haltung”, verweist Walter einmal mehr auf die pädagogischen Leitgedanken der St. Nikolausstiftung.

Rückfragehinweis:
Mag. Gabriele Zwick, g.zwick@nikolausstiftung.at, 0664/6101398

Die St. Nikolausstiftung begrüßt das Mitdenken der Institution Kindergarten bei den Schulöffnungen im Herbst – Sehr positiv ist die Herausgabe eines eigens erstellten Hygiene- und Präventionshandbuches für elementare Bildungseinrichtungen – Dennoch: Die Rahmenbedingungen im Kindergartenbetrieb müssen rasch verbessert werden, nur so kann die Umsetzung der Maßnahmen gemäß der Corona-Ampel funktionieren

Heinz Faßmann, Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung, hat im Pressegespräch von 17.08.2020 zum Schulstart auch den Kindergarten mitgedacht. Das ist gut so. Dennoch vermisst die erste Bildungsinstitution Kindergarten konkrete, langfristige Maßnahmen zur sinnvollen und praktischen Umsetzung der Strategie für den Herbst: „Wir wissen natürlich: Je weniger Kinder in einer Gruppe sind, desto geringer kann das Infektionsrisiko gehalten werden. Wäre nun im Herbst die Corona-Ampel auf orange oder sogar Rot, dann wird eine Gruppe mit einer Vollauslastung von bis zu 25 Kindern pro Gruppe kaum handlungsfähig bleiben“, so Susanna Haas, pädagogische Leiterin der St. Nikolausstiftung – eine der größten privaten Trägerorganisationen von Kindergärten & Horten in Wien. Durch den Personalmangel kann eine Gruppe schwer dauerhaft geteilt werden, zudem gibt es kaum Raumressourcen, in welche geteilte Gruppen ausweichen könnten. Auch das Thema finanzielle Ressourcen spielt eine nicht unwesentliche Rolle. Und damit auch die Frage: Wer kann sich kleinere Gruppen leisten? Bundesländer, die ihre Bildungsinstitutionen besser fördern, sind hier klar im Vorteil. „Nur eine gerechte Aufteilung von Fördermitteln garantiert auch Bildungs- und Betreuungsgerechtigkeit“, unterstreicht Elmar Walter, Geschäftsführer der St. Nikolausstiftung.

Denn die Zuständigkeit der Kindergärten obliegt den Ländern. Finanzielle Mittel zur Stärkung elementarer Bildungseinrichtungen fließen aber auch vom Bund an die Länder über die sogenannte 15a-Vereinbarung. „Die Corona-Zeit hat gezeigt, dass unsere Bildungseinrichtung in die Kompetenz des Bundes gehört. Die uneinheitlichen Regelungen je nach Bundesland sind gerade in Zeiten einer Pandemie hinderlich und verunsichern MitarbeiterInnen und Eltern gleichermaßen“, führt Elmar Walter weiter aus. Eine Forderung, die von Seiten der elementaren Bildung und deren Bildungsinitiativen seit Jahrzehnten immer wieder an die Landes- und Bundespolitik herangetragen wird.

Die Corona-Krise hat den Alltag von Kindern, PädagogInnen, Lehrpersonal und Eltern auf den Kopf gestellt.

Jetzt, nachdem man die erste Welle überstanden hat, stehen Schulen und Kindergärten vor der erneuten Öffnung im Herbst vor einigen großen Fragezeichen. Geht es im September einfach weiter wie gehabt? Was hat man aus der Zeit im Frühjahr gelernt? Und was fordern Lehrer und Pädagoginnen von der Politik? Damita Pressl hat bei der pädagogischen Leiterin der St. Nikolausstiftung, Wiener Pfarrkindergärten, Susanna Haas, und beim Lehrer und Bildungsexperten Daniel Landau nachgefragt, wie sich ein weiteres Chaos an den Schulen verhindern lässt. 

Zum Artikel der Kronen Zeitung sowie dem ExpertInnen-Talk von krone.tv geht es hier.

NEOS Wien: Pädagog_innen sind keine Corona-Manager!
Christoph Wiederkehr: "Pädagog_innen brauchen jetzt klare Pläne und Unterstützung!"

Wien (OTS) – Die Corona-Krise hat nicht nur viele Eltern und Kinder vor große Herausforderungen gestellt, sondern auch die Pädagog_innen in den Schulen und Kindergärten. "Es hätte Corona nicht gebraucht, um die Defizite der Wiener Schulen zu erkennen. Aber durch die Krise sind diese Defizite noch klarer zum Vorschein gekommen", fasst NEOS Wien Landessprecher Christoph Wiederkehr bei einer Pressekonferenz am Freitag zusammen. "Die Lehrerinnen und Lehrer, aber auch die Kindergartenpädagog_innen stehen im Herbst vor enormen Herausforderungen. Sie brauchen jetzt vor allem einen klaren Plan und ein Unterstützungspaket. Denn neuerliche Schul- und Kindergartenschließungen müssen wir mit ganzer Kraft verhindern!" Wiederkehr verlangt von Bundesregierung und Stadtregierung bis längstens Mitte August einen klaren Plan. Das betont auch Pädagogin Monika Dundler: "Wir brauchen einfach Klarheit – wie wird der Unterricht gestaltet, was ist bei Verdachtsfällen zu tun, wie gehen wir mit der Situation konkret um?"

Unterstützungspaket für Pädagog_innen

Um dafür zu sorgen, dass die Pädagog_innen nicht Corona-Manager sein müssen, sondern sich auf ihre Hauptaufgaben konzentrieren können, muss ein Unterstützungspaket geschnürt werden.

1. Sinnvolle Test-Strategie: Durch schnellere Auswertung innerhalb von 8 Stunden und effizientere Pool-Tests müssen Kindergarten- und Schulschließungen unter allen Umständen verhindert werden.

2. Gesundheitsprofis als Unterstützung: Idealerweise erhält jede Schule und jeder Kindergarten ab Herbst einen Gesundheitsprofi (Schulärzt_innen, School Nurses) zur Seite gestellt, der als erster Ansprechpartner bei Fragen und Verdachtsfällen fungiert.

3. Sozialarbeiter_in für jede Wiener Schule: Die Pädagog_innen können die psychischen Auswirkungen des Lockdowns auf die Kinder nicht alleine auffangen.

4. Digitales Hilfspaket für Pädagog_innen: Berufliche E-Mail-Adressen, Hard- und Software müssen ebenso zur Verfügung gestellt werden wie Angebote zur digitalen Fortbildung.

5. Mehr Geld für Wiens Kindergärten und Schulen: Statt einzusparen und an Wiener Brennpunktschulen ab Herbst mit weniger Lehrkräften zu planen, muss jetzt mehr Geld für Wiens Bildungssystem bereitgestellt werden.

Herausforderung für Kindergärten

Klarheit und Sicherheit erwarten sich auch die Wiener Kindergarten-Betreiber, betont Elmar Walter, Geschäftsführer der St. Nikolausstiftung: "Für den Herbst braucht es klare und österreichweit einheitliche Vorgaben für die Bildungsinstitution Kindergarten. Nur wenn wir seitens der Behörden Klarheit und Sicherheit haben, können wir diese auch in den Kindergärten – an das Personal und damit auch an Kinder und Eltern – weitergeben. Voraussetzung dafür sind unter anderem schnelle Testergebnisse im Rahmen des Staff-Testings sowie eine Grippeimpfung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter!"

Rückfragen & Kontakt:

Neos Landespartei Wien
Ralph Waldhauser
Leitung Kommunikation
0664 849 15 40
ralph.waldhauser@neos.eu

Bildcredit: NEOS Wien, Stefan Sachim

Für das neue Kindergarten- und Hortjahr 2020/21 gibt es noch freie Plätze in ganz Wien

Herausfordernd waren die letzten Wochen und dennoch verläuft der Kindergarten- und Hortalltag fast schon wieder im Normalbetrieb. Der Kindergarten und Hort bietet den Kindern abseits von der Familie einen sicheren Platz zur Entwicklung. Die tägliche Routine, pädagogische Impulse, das freie Spiel und die Freundinnen und Freunde sind für das Lernen und das Wohlbefinden der Kinder wichtig. „Gerade in oder nach Krisenzeiten sind stabile und tragfähige Beziehung besonders wichtig, hier ist der Kindergarten oft eine wichtige familienergänzende Institution“, erklärt Susanna Haas, pädagogische Leitung der St. Nikolausstiftung.

Freie Plätze für Kinder ab 1 Jahr

Die gute Nachricht für Eltern: In den rund 90 Standorten der St. Nikolausstiftung gibt es noch einige freie Plätze für Kinder ab dem 1. Lebensjahr. Eine Übersicht über alle aktuellen freie Plätze ab September 2020 finden Eltern auf unserer Webseite unter:
nikolausstiftung.at/service/fuer-eltern/freie-kindergartenplaetze

Freie Plätze für Kleinkinder ab 1 Jahr gibt es in folgenden Bezirken: 10, 14, 20, 21
Freie Plätze für Kinder ab 2 Jahren: 2, 7, 10, 14, 18, 21, 22, 23
Freie Plätze für Kinder ab 3 Jahren: in fast allen Bezirken
Hortplätze für Kinder von 6-10 Jahren: 7 und 12

(Stand: 25. Juni 2020)

Die Platzvergabe und die Anmeldung finden direkt am Standort bei der jeweiligen Standortleitung statt. Während der Schließzeiten des Kindergartens/Hortes können sich Interessierte auch an die Geschäftsstelle der St. Nikolausstiftung (01 51 552 3838 oder office@nikolausstiftung.at) wenden.

Leitfaden zur Eingewöhnung in den Kindergarten gratis zum Downloaden
Auf in den Kindergarten! Mit dem Eintritt in den Kindergarten beginnt ein wichtiger Schritt für Kinder und ihre Eltern. Damit die Eingewöhnung gut gelingt, kann man bereits im Vorfeld einiges beachten. In unserer kostenlosen Informationsbroschüre „Leitfaden zur Eingewöhnung“ gibt es viele wertvolle Tipps für Eltern.
Alle Eltern erhalten den Leitfaden bereits bei der Anmeldung in einem Standort der St. Nikolausstiftung. Als weiteres Service ist die Broschüre auf der Homepage nikolausstiftung.at unter der Rubrik „Service/Für Eltern/Downloads“ kostenlos zum Download bereitgestellt, auch in den Sprachen Englisch, Polnisch und Serbisch.

Die St. Nikolausstiftung wünscht einen schönen und erholsamen Sommer – wir freuen uns auf ein neues, aufregendes und gerne auch ein wenig ruhigeres Kindergarten- und Hortjahr 2020/21!

Zusammenschluss privater Träger fordert bundesweit einheitliche Richtlinien

Die letzten Wochen waren für die gesamte Republik eine Herausforderung. Die Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung von CoViD-19 waren für alle Neuland, wodurch der Job der Entscheidungsträger/innen besonders schwer war. In der Rückschau gilt es jedoch genau zu analysieren, an welchen Stellen es besonders knirschte, denn in vielen Bereichen wurde in der Krise deutlich, welche strukturellen Probleme schon vorher da waren, die es nun jedoch schleunigst zu lösen gilt. Im Bereich der elementaren Bildung wollen wir, die Initiative Auftrag.Bildung*, diese Problemfelder benennen und einen offenen Diskurs über Verbesserungen im Kindergartenbereich anstoßen.

Was schon vor der Krise galt, wurde in den letzten zwei Monaten besonders deutlich: Dadurch, dass die Länder und teilweise sogar Gemeinden für den Betrieb der Einrichtungen (entweder selbst als Träger oder in Kooperation mit privaten Betreibern) zuständig sind, gab es keine österreichweit gültigen Richtlinien. Substanzielle Fragen zur Führung der Einrichtungen wurden teilweise neun Mal unterschiedlich beantwortet:

Sind die Kindergärten geschlossen oder durchgängig offen zu halten? Dürfen Eltern ihre Kinder bringen? Müssen die Eltern den Elternbeitrag bezahlen, auch wenn das Kind nicht in der Einrichtung ist? Wann werden die Kinder wieder eingeladen, zu ihren gewohnten Zeiten in die Einrichtung zu kommen? Welche Gruppengrößen gelten dann? Wie verbindlich ist die Einhaltung der Hygieneempfehlungen? Welche Konsequenzen hat es, wenn Infektionsfälle (Kinder, Mitarbeiter/innen, Eltern) auftreten?

Das ist nur ein Auszug der großen Fragen und Telefoninhalte verunsicherter Eltern. Die vielen länderspezifisch unterschiedlich geregelten Details würden den Rahmen sprengen. Diese unterschiedlichen Regelungen führten letztendlich dazu, dass das Bildungsangebot in der Zeit der Ausgangsbeschränkungen von Bundesland zu Bundesland noch augenscheinlicher variierte als sonst. Zur ohnehin bestehenden Unsicherheit durch die Situation kam eine demonstrativ zur Schau gestellte Unzuständigkeit von Seiten der Bundesregierung. Mehrmals wurde in Presseauftritten und im direkten Kontakt betont, dass es Aufgabe der Länder sei, diese Fragen zu klären. Um österreichweit gleichbleibende Qualität, Sicherheit und gesundheitliche Schutzvorkehrungen in der Bildung und Betreuung sicherstellen zu können, muss sich das ändern. Bis heute ist es nicht österreichweit einheitlich geregelt, wie viele Kinder pro Gruppe anwesend sein dürfen oder welche Schutz- und Hygienemaßnahmen verbindlich einzuhalten sind.

Als private Träger von elementaren Bildungseinrichtungen sehen wir uns den Kindern und Eltern in diesem Land verpflichtet. Wir wollen ihnen die bestmögliche Bildung in qualitativ hochwertigen und gut organisierten Einrichtungen ermöglichen. Dazu braucht es klare Vorgaben, die vom Bodensee bis zum Neusiedler See, von Gmünd bis Bad Eisenkappel gelten. Weil jedes Kind in Österreich die gleiche Bildung verdient hat.

* BÖE, Caritas, Diakonie, Hilfswerk, Kinderfreunde, St. Nikolausstiftung und Volkshilfe haben sich unter dem Namen „Auftrag Bildung. Trägerinitiative Kinderbetreuung“ zusammengeschlossen, um Anliegen und Positionen im Bereich der Elementarpädagogik gemeinsam zu vertreten.