Pädagogischer Nachmittag der St. Nikolausstiftung erstmals online

Alles neu, die Pandemie treibt die Digitalisierung in einer Weise voran, die vor einem Jahr fast undenkbar war. So fand der 9. Pädagogische Nachmittag der St. Nikolausstiftung für alle 1150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nun erstmals online statt. Im Zentrum der verpflichtenden Fortbildungsveranstaltung stand der RAUM, in welchem Kinder die meiste Zeit ihres Kindergarten- und Hortalltags verbringen. Dieser ist Lebens-, Bildungs- und Entwicklungs-RAUM und damit ein wesentlicher Teil des Bildungsalltags.

Welche Lernumgebung brauchen Kinder, damit sie ihre Lust und Freude am Forschen, Erleben und Ausdrücken weiterentwickeln und bewahren können? Wie können Pädagoginnen und Pädagogen den Raum analysieren, damit alle Kinder vielseitige und herausfordernde Lern- und Spielmöglichkeiten vorfinden? Univ.-Prof. Catherine Walter-Laager, Expertin für Erwachsenenbildung und Elementarpädagogik und renommierte Erziehungswissenschaftlerin der Universität Graz, erörterte diese Fragen in ihrem Fachvortrag: „Kleinkindergruppen und Kindergärten stellen im Idealfall einen wunderbaren Lebens- und Bildungsort für Kinder dar, in dem sie familienergänzende Erfahrungen sammeln und Freundschaften knüpfen können. Dafür brauchen Einrichtungen auch genügend Raum, der durch seine Gestaltung sowohl Begegnungsmöglichkeiten unterstützt, Bildungsanlässe bietet und den Kindern vielfältige Bewegungserfahrungen ermöglicht.“

Vielseitige und herausfordernde Lern- und Spielmöglichkeiten schaffen
Pädagoginnen und Pädagogen haben die Aufgabe durch Be(ob)achtung, Reflexion, Dokumentation und Planung den Bildungsalltag anregend und vielfältig zu gestalten. Den Einfluss der Raumgestaltung miteinzubeziehen und seine Spiel- und Lernmöglichkeiten auszuloten, zu überdenken und den Bedürfnissen, dem Entwicklungsstand und den Interessen der Kinder anzupassen gehört dazu. Der Raum übernimmt in seiner Ausgestaltung verschiedene Rollen. Er soll ein Raum des Wohlbefindens und der Geborgenheit, des Anregens und der Bereicherung für die Entwicklung der Kinder sein. Mitzubedenken ist nicht nur die Gestaltung der Innenräume, sondern auch die der Außenräume. „Eine überlegte und durchdachte Raumgestaltung regt die Wahrnehmung der Kinder an. Räume, die die Interessen und Bedürfnisse der Kinder widerspiegeln und diese anregen, fördern die Eigenaktivität, Orientierung, Kommunikation, das soziale Miteinander sowie unterschiedliche Körpererfahrungen. Die einzelnen Spiel- und Lernbereiche sollten laufend auf ihre Relevanz überprüft werden“, ergänzt Susanna Haas, pädagogische Leitung der St. Nikolausstiftung, den Nutzen eines Raumkonzeptes.

Bei der Planung der Spiel- und Tätigkeitsbereiche sind folgende Aspekte wichtig:

  • Alle Bildungsbereiche sind abgedeckt,
  • das Angebot lässt allen Kindern Wahlmöglichkeiten (deutlich höheres Angebot als Anzahl der Kinder),
  • Spiel- und Aktivitätsmöglichkeiten sind angemessen für alle Kinder (herausfordernd und gleichzeitig bewältigbar),
  • räumlich sind die Angebote und Impulse sinnvoll angeordnet, durch Entflechtung der Verkehrswege und Berücksichtigung des Lärmpegels,
  • die Materialien sind für die Kinder autonom zugänglich und gefährliche „Dinge“ (z.B. scharfe Werkzeuge oder winzige Teilchen) können nicht versehentlich Kleinstkindern in die Hände fallen und
  • falls ein Bereich nicht genutzt wird, kann er auch weggeräumt bzw. ersetzt werden. (Quelle: PEP – Internationales Zentrum für Professionalisierung der Elementarpädagogik)

Den Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden, alle zu sehen, entsprechend zu begleiten und damit die Bildungslaufbahn positiv zu beeinflussen, ist eine große Verantwortung und zugleich eine sehr spannende und erfüllende Aufgabe. Pädagoginnen und Pädagogen in elementaren Bildungseinrichtungen legen mit ihrer Arbeit ein wichtiges Fundament.

„Die Corona-Pandemie hat gerade in Bezug auf die Raumnutzung viele Einschränkungen mit sich gebracht. Das gruppenübergreifende Arbeiten und damit auch Bildungsbereiche in anderen Gruppen zu nutzen, ist noch immer nicht möglich. Wir sehen es aber auch als Chance, dass Konzepte überdacht und an die Gegebenheiten angepasst werden. Durch diese gemeinsame Fortbildungsveranstaltung für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der St. Nikolausstiftung wollen wir wieder gemeinsam einen Schritt in der pädagogischen Qualitätsentwicklung gehen und uns auf den Auftrag des Kindergartens besinnen – die erste Bildungseinrichtung für Kinder zu sein“, fasst es Elmar Walter, Geschäftsführer der St. Nikolausstiftung, zusammen.

In den Kindergärten der St. Nikolausstiftung herrscht trotz der Pandemie Normalbetrieb. Teilweise wurden allerdings Kinder abgemeldet oder besuchen den Kindergarten seltener. Hinzu kommen pandemiebedingte Mehrkosten, die die finanzielle Lage der Privatkindergärten stark belasten.

Im Vergleich zum Vorjahr werden derzeit rund 100 Kinder weniger in der St. Nikolausstiftung betreut – trotz der verhältnismäßig geringen Zahl ein „hoher finanzieller Verlust“, wie die pädagogische Leiterin Susanna Haas sagte.

Die Gründe für die Abmeldungen und Abwesenheiten sind vielfältig. Neben der Angst vor Ansteckung gebe es wohl auch finanzielle Motive, die Kinder während der Pandemie nicht in Betreuung zu schicken.

Den ganzen Artikel können Sie hier nachlesen.

Ostern ist der höchste Feiertag des Christentums, an Ostern feiern Christinnen und Christen die Auferstehung Jesu und seinen Sieg über den Tod. Ostern bedeutet deshalb Hoffnung – und genau diese Hoffnung wünschen wir Ihnen, nicht nur für das bevorstehende Osterfest, sondern auch für die kommenden Wochen, die uns wahrscheinlich noch viel abverlangen werden.

Die St. Nikolausstiftung wünscht frohe und erholsame Osterfeiertage mit einem hoffnungsvollen und freudvollen Blick in die Zukunft.

Auch in schwierigen Zeiten: Der Kindergarten gibt Hoffnung, Halt und Zuversicht

Die Einschränkungen durch die Pandemie waren im letzten Jahr deutlich zu spüren, auch in den Kindergärten und Horten der St. Nikolausstiftung. Dennoch: Feste und Feiern sind für alle Menschen wichtige Bezugspunkte im Jahreskreis und nach wie vor ein wichtiger Teil des Kindergartenalltags.

Die Tage werden länger, die Fastenzeit hat begonnen und damit auch die Vorbereitungen auf die Osterzeit. In den Kindergärten und Horten wird das Osterfest in vielen Facetten vorbereitet: mit dem Vorlesen der Kinderbibel, dem Betrachten und Besprechen von Bilderbüchern zum Thema Ostern und mit vielen kreativen Bastelideen.

Osterlamm-Körbchen Pfarrkindergarten Reindorf

Für das Basteln des Osterkörbchens war für manche Kinder aus dem Pfarrkindergarten Reindorf eine Menge Geschick und viel Geduld erforderlich. Das Osterlamm-Körbchen besteht aus in Tapetenkleister getränkter Wolle, die um einen aufgeblasenen Luftballon gewickelt wird. Dann muss gewartet werden und in der Zwischenzeit wird der Kopf des Schafes ausgeschnitten und bedruckt sowie Perlen für die Füße aufgefädelt.

Basteln im Pfarrkindergarten Maria Salesia

Im Pfarrkindergarten Maria Salesia wurde auch allerhand für Ostern vorbereitet und gebastelt – marmorierte Eier, Kochlöffel-Küken und auch Backen stand auf dem Programm, jede Gruppe hat Fastenbrezel aus Germteig gebacken.

Die Kinder im Pfarrkindergarten St. Josef im 2. Bezirk erleben den Frühling und die Osterzeit mit allen Sinnen – sie entdecken farbenfrohe Frühlingsblumen, riechen die gute Kresse und lassen sich die frische Kresse auf dem Butterbrot schmecken.

Mit viel Elan, Spaß und Kreativität haben die Kinder in diesem Jahr über viele Tage ihre Osternester gestaltet. Sie haben auch aus Luftballons, viel Kleister und Papier individuelle Nester geformt: so entstanden Hasen, Ostereier, Küken, Blumen und Hähne.

Pfarrkindergarten Zum Guten Hirten

In Bildungspartnerschaft mit den Eltern wurde gemeinsam der Gartenzaun in der Fastenzeit mit Blumen und Schmetterlingen geschmückt. Jede Familie verzierte und beschriftete eine Blume oder einen Schmetterling. Dabei wurde sichtbar, dass die Themen Achtsamkeit und Dankbarkeit alle derzeit sehr bewegen.

Ostern ist das wichtigste Fest der Christinnen und Christen. Damit feiern sie die Auferstehung von Jesus nach seinem Tod am Kreuz. Jesu hat den Tod überwunden und bringt Licht und Hoffnung in die Welt. Gerade in diesen Zeiten eine wichtige und freudvolle Botschaft.

Lesen bildet und Vorlesen verbindet!

Am 18. März 2021 findet der 4. Österreichische Vorlesetag statt. Und weil derzeit keine öffentlichen Veranstaltungen möglich sind, findet der Vorlesetag digital statt.
Jeder und jede ist heute dazu aufgerufen vorzulesen. Dabei sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt: ob in der Schulklasse, im Wohnzimmer, am Bahnhof, am Bauernhof oder einfach nur auf einer Parkbank. Außerdem kann man mit dem #vorlesen21 die ganze Welt daran teilhaben lassen und ein Zeichen für die Wichtigkeit des Lesens bzw. Vorlesens setzen.
Ziel dieser Initiative ist es, Bewusstsein für die Notwendigkeit des Gut-Lesen-Könnens zu schaffen. Das diesjährige Motto lautet “Lesen kann man überall. Vorlesen auch.”

Viele österreichische AutorInnen, SchauspielerInnen, ModeratorInnen, PolitikerInnen und Firmen beteiligen sich an der Aktion!
Alle Vorlesungen, das komplette Programm und weitere Details zum Vorlesetag gibt es hier: https://vorlesetag.eu/

Viel Spaß beim Zuhören und Vorlesen!

Rückblick auf ein Ausnahmejahr – Kindergarten ist systemrelevant – Kardinal Schönborn dankt den MitarbeiterInnen – Die Pandemie zeigt, dass eine verlässliche Bildung und Betreuung von Kindern gewährleistet sein muss – Verbesserungen der Rahmenbedingungen sind jetzt ein MUSS.

Das Jahr der Corona-Pandemie hat einmal mehr gezeigt, dass auf die Institution Kindergarten auch in Krisenzeiten Verlass ist und die bedürfnisorientierte Ausrichtung funktioniert. Auf Anliegen und kurzfristige Vorgaben einzugehen und diese umzusetzen, das ist die Bildungsinstitution Kindergarten gewohnt. Auch die durchgehende Öffnung in den letzten 12 Monaten wurde nicht hinterfragt oder diskutiert – so wie der Schulbetrieb –, sondern erwartet. „Nur dem großen Engagement und der Sorgfaltspflicht unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, den Kindern in dieser Ausnahmesituation ihren gewohnten Spiel- und Lernort breitzustellen und ihnen damit Sicherheit in dieser Krise zu geben, ist es zu verdanken, dass es bisher so gut funktioniert hat“, verweist Elmar Walter, Geschäftsführer der St. Nikolausstiftung, auf die oftmals fehlende politische Unterstützung. Sicherheits- und Hygienekonzepte mussten von den Trägerorganisationen selbst erarbeitet und umgesetzt werden. „Wir haben oft darauf hingewiesen, dass das Abstandhalten und auch das durchgehende Tragen einer Maske im Kindergartenalltag nicht möglich ist. Es sind die Gegebenheiten, die es nicht zulassen, das ist auch unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bewusst, umso mehr wäre hier ein klares politisches Bekenntnis wichtig und vor allem wertschätzend dem Berufsfeld gegenüber gewesen“, ergänzt Elmar Walter.

Kardinal Schönborn dankt den MitarbeiterInnen im Kindergarten und Hort
Insgesamt betreibt die St. Nikolausstiftung Erzdiözese Wien rund 90 Kindergärten und Horte in Wien. Die meisten Standorte sind in Pfarren verwurzelt, vor der Pandemie wurden Feste und Feiern im Jahreskreis oftmals gemeinsam mit der Pfarrgemeinde gefeiert.
„In der unruhigen Zeit der Corona-Pandemie sind die Kindergärten und Horte für viele Kinder Orte der Beständigkeit, Räume, die sie leben lassen und damit sind sie auch Orte der Hoffnung. Die Kindergärten der St. Nikolausstiftung können das ermöglichen, weil so viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich dafür intensiv engagieren. Ich danke ihnen für den besonderen Einsatz und allen öffentlichen Stellen, besonders der Stadt Wien für die gute Zusammenarbeit”, so Kardinal Christoph Schönborn, Protektor der St. Nikolausstiftung Erzdiözese Wien.

Verbesserungen der Rahmenbedingungen sind jetzt ein MUSS
Die Corona-Pandemie hat aufgezeigt, dass die Fachkraft-Kind-Relation ein Schlüsselfaktor ist. Weniger Kinder pro PädagogIn und Gruppe hätten in der Pandemie den Alltag vor Ort und die Umsetzung der neuen Verordnungen wesentlich vereinfacht. Auch jetzt im Spannungsfeld der Virusmutationen und der höheren Ansteckungsgefahr sowie Übertragung durch Kinder, könnte der laufende Betrieb in kleineren Gruppen sicherer gestaltet und umgesetzt werden.
Diese Tatsache wurde auch durch die Social Media-Kampagne #kindergartenbraucht der Träger*inneninitiative Elementare Bildung Wien – mit Diakonie Bildung, Kinderfreude Wien, KIWI – Kinder in Wien und der St. Nikolausstiftung – untermauert. Die zwei dringlichsten Forderungen der MitarbeiterInnen, Eltern, BildungsexpertInnen sowie weiterer Stakeholder sind mehr Personal und weniger Kinder pro Gruppe, gefolgt von mehr politischer und gesellschaftlicher Anerkennung der Elementarpädagogik.
Die Auswirkungen der Pandemie spüren wir alle, aber auf keinen Fall dürfen wir zulassen, dass Kinder die Leidtragenden sind. Wir sind jetzt dafür verantwortlich, uns für ihr Wohl, ihre Entwicklung und ihre Gesundheit einzusetzen – dafür braucht es umfassende und rasche Reformen in der ersten Bildungseinrichtung Kindergarten.

Rückfragehinweis:
Mag.a Gabriele Zwick, g.zwick@nikolausstiftung.at, 0664/6101398

Die Träger*inneninitiative Elementare Bildung Wien von Diakonie Bildung, Kinderfreunde Wien, KIWI – Kinder In Wien und St. Nikolausstiftung startete mit dem 4. Tag der Elemtarbildung am 24.01.2021 die Social Media-Kampagne #kindergartenbraucht.

Damit wollen die großen Vier einmal mehr auf dringend notwendige Reformen im Bereich der Elementarpädagogik aufmerksam machen.
Mit Erfolg! Die Social-Media Kampagne #kindergartenbraucht hat insgesamt 1826 Rückmeldungen erhalten und auf Facebook und Instagram insgesamt 272.266 Menschen erreicht.
Die Träger*inneninitiative bedankt sich bei allen Pädagog*innen, Bildungsexpert*innen, Eltern, Politiker*innen, Bildungspartner*innen und bei allen an elementarer Bildung interessieren Menschen für die großartige Unterstützung!

Die Träger*inneninitiative macht sich weiterhin für die Verbesserung der Rahmenbedingungen in der Elementarpädagogik stark!

Kinderschutzkonzepte erarbeiten und implementieren
Erste Online-Tagung der IDA – Austausch mit Kinderschutz-Expertinnen – Kinderschutz muss Priorität haben

Vor fast genau 10 Jahren, am 16.02.2011, ist in Österreich das „Bundesverfassungsgesetz über die Rechte von Kindern“ in Kraft getreten. Das Thema Kinderrechte war gerade in den letzten Wochen medial wie politisch sehr präsent.

Die Interdiözesane Arbeitsgemeinschaft – kurz IDA – trifft sich jährlich zum Austausch, um aktuelle Themen der Elementarpädagogik zu diskutieren und neue Impulse zu setzen. Im Rahmen der ersten Online-Tagung wurde von Expertinnen aus dem Bereich Kinderschutz das EU Projekt „Safe Places“ vorgestellt und gemeinsam wurde über die österreichweit verpflichtende Implementierung von Kinderschutzkonzepten in elementarpädagogischen Einrichtungen beraten.

„Safe Places“ – Kinder schützen, sichere Orte schaffen

Waltraud Gugerbauer, Projektleiterin bei ECPAT Österreich, erklärte das Konzept von „Safe Places“. Kinder und Jugendliche verbringen oft viel Zeit in Kindergarten, Schule, Hort, Sport- und Freizeitvereinen. Deshalb haben Institutionen und Organisationen einen besonderen Schutzauftrag, um sichere Orte für Kinder, sogenannte „Safe Places“, zu sein.

Um dieser Verantwortung nachzukommen, sind Organisationen quer durch alle Sektoren gefordert, Kinderschutzkonzepte einzuführen. Verschiedene Maßnahmen können gesetzt werden, um Gewalt entgegenzuwirken, z.B. Auswahl der MitarbeiterInnen, Weiterbildung, Einsetzung von Kinderschutzbeauftragten und Ombudsleuten. Auch die Stärkung der Kinder ist Teil der Gewaltprävention, dies darf aber nicht vom Grundprinzip ablenken, dass Kinder vor Gewalt zu schützen die Aufgabe der Erwachsenen ist.

Die Relevanz des Themas unterstrich auch Martina Wolf, Geschäftsführerin Bundesverband österreichischer Kinderschutzzentren. Organisationen, die über ein Kinderschutzkonzept verfügen, haben sich mit den verschiedensten Risiken in der Organisation auseinandergesetzt und haben Maßnahmen entwickelt, die das Risiko für Kinder und Jugendliche in der Organisation minimieren. Zudem haben sie etwaige notwendige Schritte bei Verdacht auf Gewalt präventiv festgelegt. Mitarbeitende kennen ihre Verantwortung für Kinderschutz und haben deutlich mehr Handlungssicherheit im Alltag.

Beide Expertinnen verwiesen auf die fehlenden einheitlichen Kinderschutzstandards auf Bundesebene. Die Einrichtung einer zentral verantwortlichen Stelle gilt als oberstes Gebot.

Fazit der IDA-Tagung

Kleinkindergruppen und Kindergärten sind zumeist die erste außerfamiliäre Institution, die Kinder besuchen. Pädagoginnen und Pädagogen in elementarpädagogischen Einrichtungen haben sowohl innerhalb der Institutionen als auch in Bezug auf das familiäre Umfeld der Kinder eine weitreichende Verantwortung in Bezug auf Kinderschutz. „Die Teilnehmenden der IDA haben sich heute intensiv mit dem Thema Kinderschutzkonzept beschäftigt. Die weitere Auseinandersetzung mit dem Thema in den jeweiligen Institutionen zum Wohle der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen nehmen alle als zentrale Aufgabe mit“, so Susanna Haas, Organisatorin der IDA-Tagung zum Abschluss.

Über die IDA:  

Auf der einmal im Jahr stattfindenden Fachtagung der interdiözesanen Arbeitsgemeinschaft – kurz IDA – treffen sich Fachleute aus ganz Österreich: BAfEP-DirektorInnen, AbteilungsvorständInnen und Verantwortliche des österreichischen Kindergarten- und Hortwesens aus dem diözesanen Bereich sowie dem Ordensbereich. Der Austausch zukunftsweisender Fragestellungen im elementarpädagogischen Bereich ist fachlicher Tagungsschwerpunkt. Die diesjährige IDA-Tagung fand online am 23.02.2021 zum Thema Kinderschutzkonzepte statt.

Weiterführende Links zum Thema:
https://www.schutzkonzepte.at/
https://www.ecpat.at/
http://www.oe-kinderschutzzentren.at/
https://www.kinderhabenrechte.at

Foto: heute.at

Kindergärten sind die erste Bildungseinrichtung und haben während der Corona-Pandemie geöffnet. Doch werden gerade die Kindergärten von seiten der Politik nicht beachtet!
Gabriele Pendl, Leiterin des Pfarrkindergartens Maria Himmelfahrt im 21. Wiener Bezirk, erzählt in dem heute erschienenen Artikel vom derzeitigen Kindergartenalltag.
Sie fordert unter anderem Schnelltests für alle Kindergärten, da die derzeitig angebotenen Gurgeltest für das pädagogische Team administrativ sehr aufwendig sind.
“Der logistische und bürokratische Aufwand ist groß: Das ganze Personal muss die Probe am gleichen Tag abgeben, ich muss jeder Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter einen Strichcode zuweisen und einzeln ins System eingeben”, schildert Pendl das zeitaufwendige Prozedere. In der Theorie werden die Tests am selben Tag abgeholt und das Ergebnis am nächsten Tag übermittelt. In der Praxis kommt es aber nunmehr leider immer wieder zu Verzögerungen.

#kindergartenbraucht – Kampagne der Träger*inneninitiative

Neben der Forderung nach Schnelltests fordert Gabriele Pendl aber auch die Erfüllung der aktuellen Kampagne #kindergartenbraucht der privaten Träger*innen.

Zum Artikel vom 02.02.2021: Kindergärtnerin fordert Schnelltests im Kindergarten

Erste Bildungsinstitution – systemerhaltende Rolle – Schutz der MitarbeiterInnen hat höchste Priorität – interdisziplinäre Teams zur Unterstützung –  #kindergartenbraucht – Kampagne

„Kindergarten bildet“ – die 20-Meter-Fahne der St. Nikolausstiftung hängt im Rahmen des Tages der Elementarbildung prominent am Wiener Stephansdom und ist ein klares Statement der Trägerorganisation, dass der Kindergarten die erste Bildungsinstitution ist.

„Bildung beginnt im Kindergarten. Gerade in den schweren Zeiten der Pandemie ist es daher von enormer Bedeutung, dass die Wiener Kindergärten auch während der Lockdowns immer geöffnet waren und Betreuung möglich gemacht wurde. Die Pädagoginnen und Pädagogen vor Ort haben hier schier Übermenschliches geleistet, um die Bildungschancen unserer Kleinsten weiterhin zu gewährleisten. Dafür gebührt ihnen der größte Respekt!“, so Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr.

Rund 90 Kindergärten und Horte gehören zur St. Nikolausstiftung. Dass das Personal im Laufe der letzten elf Monate Unglaubliches geleistet hat, steht außer Frage. Die Sicherheit, dass der Kindergarten immer offen hat, ist für Eltern sehr wichtig. Sie vertrauen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ihr Kind an und können und konnten sich immer darauf verlassen, dass ihr Kind auch in der Corona-Pandemie gut betreut ist und es vor Ort trotz hoher Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen einen anregenden Bildungsalltag vorfindet.

„Vor dem unglaublichen Einsatz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den letzten Monaten habe ich die größte Hochachtung. Alle Auflagen seitens der Behörden wurden umgesetzt, damit der Betrieb aufrechterhalten werden kann. Das Infektionsrisiko im Kindergarten wurde lange unterschätzt, die eingeführten wöchentlichen Testungen sind wichtig, damit bei einer Infektion rasch gehandelt werden kann. Nun braucht es aber eine Priorisierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Impfung. Kinder können nicht geimpft werden und der Kindergartenalltag verlangt oft ein Trösten sowie die Nähe zu den Kindern, daher braucht unser Personal dringend den Impfschutz“, formuliert Elmar Walter, Geschäftsführer der St. Nikolausstiftung, abermals die Forderung nach einer raschen Impfung.

Interdisziplinäres Team zur Unterstützung der PädagogInnen und Eltern
Im Rahmen des Besuchs wurde auch das Mobile Team vorgestellt: Seit 2010 verstärkt in der St. Nikolausstiftung ein interdisziplinäres Team, bestehend aus SonderkindergartenpädagogInnen, PsychologInnen und ErgotherapeutInnen, das pädagogische Fachpersonal in den Kindergärten sowie Eltern. Unter dem Aspekt der Chancengleichheit zielt die Tätigkeit des Mobilen Teams darauf ab, Entwicklungsmöglichkeiten von Kindern frühzeitig zu erkennen und nachhaltig zu verbessern. Der Zugang zu diesem Angebot ist niederschwellig, das pädagogische Personal sowie Eltern können sich direkt an die zuständige Fachperson wenden und erhalten unmittelbar eine qualifizierte Beratung, im Zuge derer auch mögliche weitere Interventionsschritte besprochen werden. Ein Hauptaugenmerk der Beratung und Begleitung liegt in der Aktivierung und Stärkung vorhandener Ressourcen sowie der Prävention von Entwicklungsbeeinträchtigungen.

Entwicklungseinschätzung für alle 4-jährigen Kinder
Alle 4-jährigen Kinder, die einen der rund 90 Standorte besuchen, werden anhand eines wissenschaftlich evaluierten Entwicklungseinschätzungsbogens beobachtet und von SonderkindergartenpädagogInnen fachlich in ihrer Entwicklung eingeschätzt. Ergänzt wird das durch gezielte Beobachtungen der gruppenführenden PädagogIn sowie den Schilderungen der Eltern über deren Wahrnehmungen aus dem familiären Alltag. Der bewusste und umfassende Blick auf jedes einzelne Kind in seinem vorletzten Kindergartenjahr ermöglicht es, individuelle Entwicklungschancen zu erkennen und möglichen Entwicklungsbeeinträchtigungen entgegenzuwirken. Gezielt können die letzten eineinhalb Jahre vor dem Schuleintritt genützt werden, um die Kinder in ihrer individuellen Entwicklung zu unterstützen.

#kindergartenbraucht – Kampagne
Auf die unzureichenden Rahmenbedingungen im Kindergarten soll die derzeit aktive Social Media-Kampagne der Träger*inneninitiative Elementare Bildung Wien einmal mehr aufmerksam machen. Stellvertretend für alle Mitglieder der Träger*inneninitiative hat die Geschäftsführung der St. Nikolausstiftung die ersten Forderungen aus den Standorten der St. Nikolausstiftung übergeben.

#kindergartenbraucht: österreichweit einheitliches Bundesrahmengesetz, mehr politische und gesellschaftliche Wertschätzung, mehr finanzielle Ressourcen, einen besseren Fachkraft-Kind-Schlüssel, eine Ausbildungsoffensive – um nur einige zu nennen.

Bildcredit: PID/Christian Fürthner