#kindergartenbraucht dringend Hilfe und Reformen

„Es ist allerhöchste Zeit zu handeln“, richten die Geschäftsführer*innen der vier großen privaten Kindergartenträger*innen Diakonie Bildung, KIWI – Kinder in Wien, Kinderfreunde Wien und St. Nikolausstiftung ihren Appell an Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr, MA. Auch wenn mittelfristig Gesprächsbereitschaft im Rahmen eines runden Tisches mit dem Stadtrat und der MA10 hinsichtlich einer Novellierung des Fördersystems signalisiert wurde, wird sich die Situation in der Elementarpädagogik bis dahin weiter verschärfen. Valorisierungen der Förderungen sind über Jahre unter den Kostensteigerungen geblieben – die Schere für die Träger*innen ist dementsprechend immer größer geworden.

„Bildungsstadtrat Wiederkehr ist 200 Tage im Amt, jedoch lassen die angekündigten Verbesserungen weiter auf sich warten!“, so die Geschäftsführer*innen. Verwiesen wurde auf das Regierungsprogramm, das nun mit einem Umsetzungsplan versehen werden soll. Ein neues Fördersystem soll in den nächsten Jahren entwickelt werden, bis dahin sollen Valorisierungen nicht überdacht werden.

Die Forderungen der Initiative gehen jedoch weit über die im Regierungsprogramm grob umschriebenen Maßnahmen hinaus.
Die Träger fordern weiterhin und dringend die Umsetzung von:

  • 1% vom BIP (derzeit 0,64%),
  • mehr fundiert ausgebildete Pädagog*innen,
  • einen besseren Fachkraft-Kind-Schlüssel,
  • mehr qualitative Bildungszeit,
  • mehr politische und gesellschaftliche Anerkennung,
  • ein österreichweit einheitliches Bundesrahmengesetz,
  • mehr qualifiziertes Zusatzpersonal aus verschiedenen Fachbereichen (Sonderkindergartenpädagogik, Logopädie, Ergotherapie, Psychologie, Sozialarbeit etc.) sowie
  • eine sofortige Ausbildungsoffensive (nur rund 25 Prozent der Absolvent*innen bleiben im Beruf)

Darüber hinaus wirkt sich nach wie vor die Corona-Krise stark auf den Kindergarten- und Hortbereich aus. Coronahilfen seitens der MA 10 stützten seit dem Beginn der Pandemie bis hin zum ersten Quartal 2021 die Arbeit der Träger*innen, im zweiten Quartal wurde jedoch trotz gleicher Voraussetzungen bis jetzt kein finanzieller Ausgleich gewährt. Coronahilfen sind aber nach wie vor notwendig, um die Betreuungssicherheit für Eltern und Kinder zu gewährleisten.

Seit Jahren erhalten die Träger*innen zudem prozentuell weniger an Valorisierung als die Gehaltssteigerungen ausmachen. Im Sinne der Mitarbeiter*innen wäre auch eine ausreichende Valorisierung der Gehälter dringend notwendig, wie auch von der Gewerkschaft gefordert. Das ist auch mit ein Grund, warum viele Pädagog*innen das Berufsfeld verlassen.

Außerdem spricht sich die Träger*inneninitiative für eine Gleichstellung in personeller und finanzieller Sicht zu den öffentlichen Kindergärten aus (in Bezug auf zusätzliches Stützpersonal und multiprofessionelle Teams). Weiters werden aufgrund des immer weiter gestiegenen administrativen Aufwands für die Einrichtungsleitungen Büromitarbeiter*innen dringend benötigt.
Die Zeit drängt!

Letzte Woche wurden Maßnahmen der Träger*inneninitiative auch von den NEOS auf Bundesebene gefordert. In Wien gibt es die Möglichkeit, dass dieser Einsatz für die Elementarpädagogik nicht nur aus Worthülsen besteht, sondern als Vorzeigemodell tatsächlich in die Tat umgesetzt wird!

Rückfragen & Kontakt:

Bei Rückfragen stehen Ihnen die Mediensprecherinnen gerne zur Verfügung:

St. Nikolausstiftung
Gabriele Zwick, 0664 610 1398

Diakonie Bildung
Karin Brandstötter, 0664 827 34 83

Kinderfreunde Wien
Michaela Müller-Wenzel, 0664 542 31 58

Kinder in Wien (KIWI)
Susanne Borth, 0664 886 89 008