Die St. Nikolausstiftung begrüßt das Mitdenken der Institution Kindergarten bei den Schulöffnungen im Herbst – Sehr positiv ist die Herausgabe eines eigens erstellten Hygiene- und Präventionshandbuches für elementare Bildungseinrichtungen – Dennoch: Die Rahmenbedingungen im Kindergartenbetrieb müssen rasch verbessert werden, nur so kann die Umsetzung der Maßnahmen gemäß der Corona-Ampel funktionieren

Heinz Faßmann, Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung, hat im Pressegespräch von 17.08.2020 zum Schulstart auch den Kindergarten mitgedacht. Das ist gut so. Dennoch vermisst die erste Bildungsinstitution Kindergarten konkrete, langfristige Maßnahmen zur sinnvollen und praktischen Umsetzung der Strategie für den Herbst: „Wir wissen natürlich: Je weniger Kinder in einer Gruppe sind, desto geringer kann das Infektionsrisiko gehalten werden. Wäre nun im Herbst die Corona-Ampel auf orange oder sogar Rot, dann wird eine Gruppe mit einer Vollauslastung von bis zu 25 Kindern pro Gruppe kaum handlungsfähig bleiben“, so Susanna Haas, pädagogische Leiterin der St. Nikolausstiftung – eine der größten privaten Trägerorganisationen von Kindergärten & Horten in Wien. Durch den Personalmangel kann eine Gruppe schwer dauerhaft geteilt werden, zudem gibt es kaum Raumressourcen, in welche geteilte Gruppen ausweichen könnten. Auch das Thema finanzielle Ressourcen spielt eine nicht unwesentliche Rolle. Und damit auch die Frage: Wer kann sich kleinere Gruppen leisten? Bundesländer, die ihre Bildungsinstitutionen besser fördern, sind hier klar im Vorteil. „Nur eine gerechte Aufteilung von Fördermitteln garantiert auch Bildungs- und Betreuungsgerechtigkeit“, unterstreicht Elmar Walter, Geschäftsführer der St. Nikolausstiftung.

Denn die Zuständigkeit der Kindergärten obliegt den Ländern. Finanzielle Mittel zur Stärkung elementarer Bildungseinrichtungen fließen aber auch vom Bund an die Länder über die sogenannte 15a-Vereinbarung. „Die Corona-Zeit hat gezeigt, dass unsere Bildungseinrichtung in die Kompetenz des Bundes gehört. Die uneinheitlichen Regelungen je nach Bundesland sind gerade in Zeiten einer Pandemie hinderlich und verunsichern MitarbeiterInnen und Eltern gleichermaßen“, führt Elmar Walter weiter aus. Eine Forderung, die von Seiten der elementaren Bildung und deren Bildungsinitiativen seit Jahrzehnten immer wieder an die Landes- und Bundespolitik herangetragen wird.

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