04.02.2020


Integrations-Kindergartenplätze

Pilotprojekt für private Trägerorganisationen


St. Nikolausstiftung begrüßt Pilotprojekt für Integrations-Kindergartenplätze für private Trägerorganisationen
Die Herausforderungen: Integrationsplätze sind an eine erhöhte Familienbeihilfe gekoppelt und (Sonderkindergarten-)PädagogInnen-Mangel

Die im Wiener Gemeinderat beschlossene Aufstockung der Integrationsplätze für private Trägerorganisationen ist ein wichtiger Schritt, damit alle Kinder eine faire Chance gleich zu Beginn ihrer Bildungslaufbahn erhalten. "In diesem Zusammenhang ist einmal mehr darauf zu verweisen, dass jeder früh investierte Euro in die elementarte Bildung mehrfach zurückkommt. Für die Altersgruppe der 3- bis 6-Jährigen ist ein Return on Investment von 7:1 belegt", verweist Elmar Walter, Geschäftsführer, einmal mehr auf wissenschaftliche Studien.

Inklusiv-Pädagogik
Das Konzept der Inklusion ist der St. Nikolausstiftung seit Stiftungsgründung ein Anliegen. Bereits 2010 wurde ein Mobiles Team mit SonderkindergartenpädagogInnen, PsychologInnen und ErgotherapeutInnen etabliert. Das interdisziplinäre Team bietet PädagogInnen im Kindergartenalltag fachliche Unterstützung an und steht auch Eltern bei Fragen zur Entwicklung ihres Kindes zur Verfügung. "In den Kindergärten der St. Nikolausstiftung begleiten wir mit Unterstützung unseres Mobilen Teams schon lange Kinder mit erhöhtem Förderbedarf und versuchen, sie im Regelbetrieb zu betreuen. Ein großes Problem ist, dass das Anrecht auf einen Integrationsplatz im Kindergarten an den Bescheid der erhöhten Familienbeihilfe gekoppelt ist. Hierfür ist ein ärztliches Attest einer Beeinträchtigung des Kindes von mindestens 50 Prozent nachzuweisen. Hier liegt auch das Problem – viele Kinder hätten einen erhöhten Förderbedarf, erfüllen aber nicht die Kriterien der erhöhten Familienbeihilfe", erklärt Susanna Haas, pädagogische Leitung, die Problematik. Die Notwendigkeit weiterer inklusiver Maßnahmen ist groß, aber der Mangel an KindergartenpädagogInnen, auch SonderkindergartenpädagogInnen für die Integrationsgruppen, verschärft zusätzlich die Situation. Wien alleine wird dieses Problem nicht lösen, hier ist die neue Regierung gefordert, rasch Maßnahmen zu setzen.

Die St. Nikolausstiftung ist bereit, beim Pilotprojekt mitzuwirken und die Stadt Wien zu unterstützen. Intern wird eine Arbeitsgruppe aus ExpertInnen die Möglichkeit einer Implementierung einer Integrationsgruppe prüfen und ein Konzept erarbeiten. Die Stärkung einer Inklusiv-Pädagogik ist in jedem Fall zu begrüßen, da Kinder – mit oder ohne erhöhtem Förderbedarf – vor allem durch soziale und stabile Beziehungen mit anderen Kindern und Bezugspersonen im Kindergarten lernen.

Begriffserklärung: Integration ist kein Synonym für Inklusion. Die Unterstützung der Mobilen Dienste sehen wir als Maßnahme der Inklusion von Kindern.