07.12.2017


Das Fest des Hl. Nikolaus

Der Nikolaus fasziniert – und er polarisiert


Als Trägerorganisation von 85 katholischen Kindergärten und Horten haben die kirchlichen Feste im Jahreskreis einen wichtigen Stellenwert. Anhand der Feste des Hl. Martin oder des Hl. Nikolaus wird aufgezeigt, was Solidarität, Nächstenliebe und Anteilnahme heutzutage bedeuten.

Der Nikolaus fasziniert – und er polarisiert. Jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit wird medial diskutiert, ob der Nikolaus heuer in den Kindergarten kommt oder nicht.
In den Kindergärten und Horten der St. Nikolausstiftung wird das Fest kindgerecht vorbereitet und gefeiert. Im Vorfeld wird über das Leben und das Wirken des Bischofs gesprochen, der in der ersten Hälfe des 4. Jahrhunderts in Myra, der heutigen Türkei, lebte. Der Legende nach war er ein Mann, dem besonders die schutzbedürftigen Menschen ein Anliegen waren. Er unterstützte sie tatkräftig, ohne ihr Verhalten zu bewerten oder seine Tat an eine moralische Verpflichtung zu koppeln. In der pädagogischen Arbeit im Kindergarten bedeutet dies, dass Werte wie Solidarität, Nächstenliebe und Anteilnahme in das Leben der Kinder übersetzt werden. Wann erleben sie in ihrem Alltag Menschlichkeit, Mitgefühl und wann und wie können sie für andere da sein? Gemeinsam wird auch thematisiert, warum wir dem Nikolaus zum Andenken ein Fest feiern, bei dem wir Nikolaus spielen.

Das Fest des Hl. Nikolaus feiern
Ausgangspunkte für die Feier sind der jeweilige Entwicklungsstand sowie die Bedürfnisse der Kinder. Die wichtigsten Prinzipien sind, dass der Nikolaus keine Angst machen darf und dass er die Verhaltensweisen der Kinder nicht moralisch beurteilt. Der Nikolausdarsteller bzw. die Nikolausdarstellerin ist immer eine den Kindern bekannte Person, die sich vor bzw. mit den Kindern verkleidet. Dabei können die Kinder die Mitra, den Bischofsstab etc. selbst angreifen. Auf den künstlichen Bart wird verzichtet, außer der Wunsch nach dem Bart wird von den Kindern selbst geäußert. "Eine fremde Person oder ein bis zur Unkenntlichkeit verkleideter Nikolausdarsteller kann besonders bei jungen Kindern Angst auslösen. Daher wird in unseren Kindergärten und Horten das Fest des Hl. Nikolaus immer mit dem Blick auf eine achtsame Pädagogik gestaltet. Für Kinder ist das keine Entzauberung des Moments, wenn sich der Nikolaus vor ihnen umzieht. Sobald die Person verkleidet ist, ist sie der Nikolaus – das ist die magischen Phase", erklärt Susanna Haas, pädagogische Leitung der St. Nikolausstiftung die Entwicklungsphase, in der sich Kindergartenkinder befinden. "Gespieltes wird im nächsten Augenblick als real empfunden. Kinder wechseln sehr schnell zwischen Wirklichkeit und Phantasie."

Eltern und Obsorgeberechtigte erhalten bereits zum Kindergartenstart die Broschüre „Nikolaus feiern im Kindergarten“. In diesem Folder wird anschaulich die (pädagogische) Haltung der St. Nikolausstiftung zur Feier des Nikolausfestes im Kindergarten dargelegt. "Diese Feierform wird von Eltern gut angenommen. Uns ist bewusst, dass diese Art zu feiern eine Veränderung darstellt. Jedoch ist anzumerken, dass sich das Bild des Hl. Nikolaus in den letzten 1700 Jahren oftmals verändert hat", untermauert Elmar Walter, Geschäftsführer, die Haltung der Stiftung.

Interessierte können sich die Broschüre gratis downloaden.